Auf einen Blick: Von Freitag, 03. Juli, bis Sonntag, 05. Juli 2026, war die Abteilung Judo & Kenjitsu des SV Ostermünchen auf dem Jugendzeltplatz Oberhart bei Kolbermoor. Mit dabei: über 30 Kinder und Jugendliche sowie ein starkes Team ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Nach vielen Jahren am Stöbersberg bei Rott am Inn feierte unser traditionsreiches Zeltlager damit Premiere an einem neuen Ort.

Judogi und Matte blieben an diesem Wochenende zuhause. Trotzdem steckte in diesen drei Tagen mehr Judo, als man auf den ersten Blick sieht: Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Mut und Respekt trainieren wir sonst auf der Matte. In Oberhart haben unsere Judokids diese Werte einfach gelebt, ganz nebenbei, irgendwo zwischen Lagerfeuer und Slackline.

Freitag: Hajime, es geht los!

Kurz nach 15 Uhr verwandelte sich die große Wiese in Oberhart in ein buntes Durcheinander aus Zeltplanen, Isomatten und aufgeregtem Stimmengewirr. Schlafplätze wurden ausgehandelt, Taschen ausgepackt und Zeltnachbarn begrüßt. Kaum war das letzte Zelt bezogen, zog es alle mit den Betreuern hinaus zu den ersten Spielen, frisches Obst als Stärkung inklusive.

Zum Abendessen füllten Nudeln mit Bolognese oder Tomatensauce und ein frischer Salat die hungrigen Bäuche. Und dann übernahm mit der Dämmerung der heimliche Star des Wochenendes: das Lagerfeuer. Eine feste Bettgehzeit? Gab es nicht. Während über der Glut Stockbrot und Marshmallows brutzelten, flogen nebenan Federbälle, rollte der Fußball, wurden Karten gemischt, und auf der Slackline wurde um jeden Zentimeter Balance gekämpft. Irgendwann wurden die Schritte langsamer und die Augen kleiner, und nach und nach verschwanden auch die Letzten in ihren Zelten.

Nur das Feuer ging nicht schlafen: In beiden Nächten war es durchgehend von Betreuern besetzt. So wusste jedes Kind, dass dort immer jemand wach ist und ein offenes Ohr hat, falls nachts doch einmal etwas sein sollte.

Samstag: Talente, Farben und ein Panda

Dass die Nacht für die meisten eher kurz ausfiel, dürfte niemanden überraschen. Umso besser, dass zum Frühstück schon warmer Kakao dampfte, dazu frische Semmeln und Brezen mit Schokocreme oder Marmelade und für die Cornflakes-Fraktion natürlich Cornflakes. Kaum waren die Teller leer, war die Wiese wieder bespielt, und in so mancher Ecke wurde auffällig konzentriert geprobt: Die Talentshow warf ihre Schatten voraus.

Zur Mittagszeit füllte eine Gemüse- und Nudelsuppe mit Wienerl die Energiespeicher wieder auf, selbstverständlich auch in einer veganen Variante.

Danach wurde der Zeltplatz zum Atelier: Beim T-Shirt-Bemalen ließen die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf, und am Ende glich kein Shirt dem anderen. Richtig komplett wurden die Unikate aber erst mit den Unterschriften aller Zeltlager-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer, und so wanderten Stifte und Shirts fleißig von Hand zu Hand. Für den Energienachschub zwischendurch sorgten frisches Obst und Gemüse, ab und zu auch eine Runde Gummibärchen.

Dann hieß es: Bühne frei! Bei der Talentshow zeigten viele Kinder, was in ihnen steckt, vom Turnen über Witze bis zu lustigen Showeinlagen. Und weil es Mut braucht, sich vor allen zu präsentieren, gab es für jeden Auftritt eine Medaille. Mut ist schließlich einer unserer Judo-Werte, und der gehört belohnt. Obendrauf gab es am Nachmittag noch Eis für alle, das Philipp Fuchs vom SVO-Vorstand vorbeibrachte.

Nach dem Abendessen (Spätzle!) verwandelte sich die Wiese ein weiteres Mal, diesmal in ein Freiluftkino. Jedes Kind hatte eine Stimme, und die Wahl fiel, wie könnte es bei einem Judo-Lager anders sein, auf „Kung Fu Panda“. Mit Chips und Flips und ziemlich viel Lachen wurde daraus Kino, wie es kein Saal der Welt bieten kann. Und weil die Nacht noch jung war, ging es danach, ausgerüstet mit Taschenlampen, zur Nachtwanderung hinaus in die Dunkelheit, über der ein grandioser Sternenhimmel stand.

Der Schlusspunkt gehörte natürlich wieder dem Lagerfeuer: Stockbrot, Marshmallows, Gitarrenmusik, Gesang und gute Gespräche machten aus einem lauen Sommerabend genau die Sorte Moment, für die man Zeltlager veranstaltet.

Sonntag: müde Augen, beste Laune

Nach der zweiten kurzen Nacht war die Müdigkeit so manchem anzusehen, der guten Laune tat das aber keinen Abbruch. Nach dem Frühstück hieß es: Taschen packen und Zelte ausräumen. Ausgerechnet jetzt zeigte sich der Himmel zum ersten Mal bewölkt, und kurz sah es so aus, als wolle der Regen dem Abbau zuvorkommen. Doch genau da zeigte sich, was unsere Abteilung ausmacht: Alle packten mit an, Groß wie Klein, und dank dieses Zusammenhalts war am Ende alles rechtzeitig und vor allem trocken verstaut. Es blieb sogar noch Zeit für ein paar letzte Spiele und das große Aufräumen, und ehe man sich versah, waren drei Tage Zeltlager mit den Judokids auch schon wieder Geschichte.

Ein dickes Dankeschön

Ein Wochenende wie dieses stemmt niemand allein. Es ist wie im Judo: Ohne Partner geht nichts. Unser herzlicher Dank gilt:

  • unserem Helferteam, hier in ausgeloster Reihenfolge: Magdalena, Maria, Marie, Elias, Michael, Anna, Barbara, Boris, Alex, Sören, Michaela, Florian, Elisabeth, Marc, Robert, Ernst, Radu, Veronika und Marinus, die in der Küche, beim Auf- und Abbau, in der Betreuung und an den nächtlichen Feuerwachen im Einsatz waren, und mit ihnen allen, die hier nicht namentlich stehen und trotzdem unterstützt und mitgeholfen haben,
  • der Physiotherapie Halser aus Bad Aibling für die T-Shirts zum Bemalen,
  • Edeka Zäuner aus Tuntenhausen, der uns die Semmeln und Brötchen komplett geschenkt hat,
  • der Bäckerei Schiedermeier aus Ostermünchen, die spontan um 7 Uhr früh frische Semmeln für uns vorbereitet hat,
  • dem Förderverein Jugendarbeit Rosenheim e.V. (FJR) für die tollen Leihzelte zum kleinen Preis,
  • der Pfadfinderförderung St. Franziskus Kolbermoor e.V. für den wunderschönen Jugendzeltplatz Oberhart,
  • Philipp Fuchs und dem SVO-Vorstand für den Besuch und die spendierte Eisrunde,
  • und allen Eltern für ihr Vertrauen.

Kurzum: Danke an alle, die in irgendeiner Form zum Gelingen dieses Wochenendes beigetragen haben. Ohne euch geht es nicht, mit euch wird es unvergesslich.

Impressionen

Rund 500 Fotos haben sich über das Wochenende angesammelt. Die schönsten Momente findet ihr in unserer Galerie.

Und jetzt? Jetzt wird wieder trainiert. Dienstags stehen wir wie gewohnt auf der Matte, und die eine oder andere Zeltlager-Geschichte wird dort sicher noch erzählt. Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!