Die Notwendigkeit „der Erlernung der Budo‑Disziplin Ken‑Jitsu".

Seit dem Bestehen der Menschheit hat der Stärkere versucht, den Schwachen zu unterdrücken. Um diesem Joch zu entgehen, versuchte der Schwache sein Heil in der Flucht oder er glich seinen Nachteil durch Verwendung verschiedenster Waffen oder Techniken aus.

Da es in der heutigen Zeit nicht mehr üblich (bzw. verboten) ist Waffen zu tragen, bietet sich lediglich die Möglichkeit einer waffenlosen Selbstverteidigung an.

Speziell die Budo‑Disziplin Ken‑Jitsu, die Herr Carl Wiedmeier aus anderen Sportarten (Jiu ‑ Jitsu ‑ Judo ‑ Karate ‑Kendo ‑ Aikido) entwickelte, eignet sich besonders, einen wirkungsvollen Selbstschutz zu gewährleisten.

Die Vielseitigkeit der Ken‑Jitsu‑Techniken erlaubt dem Angegriffenen, immer eine angemessene Abwehr (Verhältnismäßigkeit der Mittel) einsetzen zu können.

Man sollte aber beim Ken-Jitsu nicht nur den Aspekt der Selbstverteidigung beachten, der zweifelsohne ein wichtiger Bestandteil dieses Budosports ist, sondern darüberhinaus viele andere Kriterien, die diese Budodisziplin so wertvoll erscheinen lassen.

Hier ist vor allem die körperliche Ertüchtigung zu erwähnen. Durch eine intensive, ausgewogene und vielseitige Gymnastik wird nicht nur ein momentanes Lockern der Muskulatur erreicht, sondern auf längere Sicht wird die Kondition, Geschmeidigkeit, Kraft und Reflexe des Ken‑Jitsu‑Ka mehr und mehr gesteigert.

Schon nach einigen Trainingsstunden erkennt der Schüler die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Mit Hilfe des Trainers und seines Trainingsfleißes wird er diese Grenze nicht nur physisch, sondern auch psychisch nach oben schrauben.

Durch das Partnertraining (Uke ‑ Tori) im Ken-Jitsu wächst die Fähigkeit "Geben und Nehmen...": in einem gesunden Verhältnis zu sehen; d. h. das Weiterkommen des Partners ist mindestens genauso wichtig wie der eigene Fortschritt.

All diese Punkte lassen den Schüler im Laufe der Zeit zu einem selbstsicheren Budo‑Ka werden. Dem Trainer obliegt es, ihm den richtigen Weg dahin zu weisen. Der Ken‑Jitsu‑Ka wird diesen Weg  - bewusst oder unbewusst -  auch im Alltag beschreiten.